Lüften – die oft unterschätzte Maßnahme

Lüften ist ein oft unterschätztes Thema. Dabei ist es für das Raumklima und die Bausubstanz so wichtig für einen richtigen Luftaustausch zu sorgen. Da wo es keinen mechanischen Luftaustausch gibt, wird das Lüften mit Hilfe der Fenster oder auch der Türen bewerkstelligt. Die Aufgabe des Lüftens fällt dann in den Bereich der jeweiligen Bewohner des Hauses oder der Wohnung. Ziel des Lüftens ist u.a. die Luftfeuchte im Raum zu senken. Denn je höher die Luftfeuchte, desto höher die Gefahr von Schimmel. Ab einer gewissen Luftfeuchte (> 80 %) tritt Schimmel fast unweigerlich auf.

In den letzten Jahren hat sich das Schimmelproblem im Wohnbereich verschärft. Gerne wird das auf erfolgte Dämmmaßnahmen zurückgeführt, was oft nicht der wahre Grund ist. Lüften wurde gefühlt schon immer stiefmütterlich behandelt, aber im Zuge der Energiekrisen der letzten Jahre und den damit einhergegangen Preissteigerungen für Energie wird immer mehr auf das Lüften verzichtet.

Wir werden in einem anderen Blog später den Zusammenhang zwischen Luftfeuchte, Temperatur und der Schimmelbildung behandeln. Aber nur mal so als Anmerkung. Ein gut belüfteter Raum hat im Durchschnitt eine Luftfeuchte von 50 %, +- 10 %. Da ist der Sprung zur 80% Marke (unweigerliche Schimmelbildung) nicht weit.

Man sollte bedenken, dass eine Person pro Tag ca. 1 Liter Wasser durch Atmung und Schwitzen ausscheidet. Mehr Personen entsprechend mehr. Hinzu kommen Wassereinträge durch das duschen, kochen, Geschirrspüler uvm. Auch Pflanzen verlieren ungefähr die gleiche Menge Wasser die ihnen zugeführt wird. Wenn man bedenkt, dass die Luft in einem durchschnittlichen Wohnraum (20 qm Fläche) unter normalen Bedingungen nur etwas mehr als 0,5 Kg Wasser enthält, kann man das Problem erahnen.

Die Luftfeuchte muss also abgeführt werden. Als Regel gilt es mehrmals täglich 5 – 10 Minuten zu lüften. Bei strengem Frost geht es auch kürzer. Es gibt besonders gute Wetterlagen, an denen sich das Lüften besonders lohnt und Wetterlagen wo man sich auch selten einmal Luftfeuchte in das Haus „holen“ kann. Besonders im Winter aber, kann man enorme Wassermengen nach draußen befördern. Das unterschätzen viele. Dies soll auch später als ein eigenständiges Thema dieses Blogs behandelt werden. Aber in der Regel kann man beim Lüften nicht viel falsch machen.

Wichtig ist es auch, dass die Räume eine gewisse Mindesttemperatur haben sollten. 18° C sollten in einem beheizbaren Raum in der Regel schon herrschen. Denn die Schimmelbildung nimmt auch zu, je niedriger die Raumtemperatur ist. Das liegt ganz einfach daran, dass die Luft mit abnehmender Temperatur weniger Feuchte aufnehmen kann und schneller gesättigt (100% Luftfeuchte) ist. Und 100% gesättigte Luft bedeutet, dass kein Wasser mehr aufgenommen werden kann und das alles „darüber“ als Wasser ausgeschieden wird. An Wärmebrücken, das Thema wird auch noch extra behandelt werden, sammelt sich dann als erstes Wasser was unweigerlich zur Schimmelbildung führt.

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